Von Jugendlichen für Jugendliche

Einander helfen auf gleicher Augenhöhe

Die Net-Piloten

„Net-Piloten“ ist ein Modellprojekt zur Vorbeugung von exzessiven Computerspiel- und Internetgebrauch und bedient sich des sog. „Peer-Ansatzes“. Das Projekt ist eine Initiative der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und wird in den Standorten Bonn (update – Fachstelle für Suchtprävention), Berlin (Caritasverband Berlin) und Rosenheim (NEON  - Prävention und Suchthilfe) durchgeführt.
Das Projekt bedient sich dabei dem „Peer-Ansatz“. Dieser geht davon aus, dass sich Gleichaltrige untereinander Inhalte besser vermitteln können. Jugendliche werden als Multiplikatoren ausgebildet und geben ihr Wissen danach an jüngere Mitschüler_innen in Form von Workshops weiter und stehen danach als Ansprechpartner_innen an der Schule zur Verfügung.

Zielgruppen

Kinder und Jugendliche

Hauptzielgruppe der Net-Piloten sind jugendliche Computernutzerinnen und Computernutzer im Alter zwischen 12 und 18 Jahren. Die Besonderheit der Maßnahme liegt darin, dass zwei unterschiedliche Zielgruppen angesprochen werden: Zum einen werden die auszubildenden Net-Piloten selbst zur Zielgruppe (i.d.R. achte Klassenstufe). Zum anderen sollen durch die Net-Piloten Jugendliche einer jüngeren Altersgruppe (sechste Klassenstufe) angesprochen werden. Die Maßnahme hat in erster Linie das Ziel, exzessiver Mediennutzung vorzubeugen. Aus diesem Grund wird ein kritischer und verantwortungsvoller Umgang mit Computern und Smartphones gefördert. Die Net-Piloten sollen Kinder und Jugendlichen erreichen, bevor sie einen exzessiven Computer- und Internetgebrauch entwickeln.

Eltern

Eltern können durch die Net-Piloten fachgerecht über das Thema „Mediensucht“ informiert und sensibilisiert werden. Außerdem können sich die lösungsorientierten Ansätze präventiv im Elternhaus auswirken. Elternabende sind als allgemeine Informationsveranstaltungen vor allem im Schulkontext konzipiert und sollen die Erziehungsberechtigten über die neuen Medien und deren Risiken informieren, um ihren Kindern kompetente Begleiter bei der Nutzung dieser Medien sein zu können und die proaktive Auseinandersetzung in der Familie zu fördern.

Lehr- und Fachkräfte

Je sicherer sich Lehr- und Fachkräfte in diesem noch recht neuen Bereich fühlen, umso angemessener und frühzeitiger können sie fachgerecht geeignete Interventionsstrategien einsetzen. Das Kennenlernen von spezifischen Methoden zur Förderung der Medienkompetenz ist daher ein weiteres Ziel der Angebote des Net-Piloten-Projektes, um somit die Nachhaltigkeit zu sichern.
An jeder Schule, an der das Projekt "Net-Piloten" durchgeführt wird, sind auch weitergebildete Lehrkräfte vor Ort, um die Schülerinnen und Schüler in der Thematik zu unterstützen und gleichermaßen für Eltern ansprechbar zu sein.

Ziele des Projektes "Net-Piloten"

Die Ausbildung der „Net-Piloten“ verfolgt vier gleichrangige Ziele, die für beide Zielgruppen umzusetzen sind:

  1. Erhöhung des Kenntnisstands über die negativen Folgen exzessiver Computerspiel- und Internetnutzung in den Zielgruppen:
  2. Förderung der Reflexionsfähigkeit sowie Einstellungsänderungen in Bezug auf den eigenen Computerspiel- und Internetgebrauch:
  3. Förderung der selbstkritischen Änderung des Nutzungsverhaltens von Computerspiel- und Internetangeboten:
  4. Förderung der Beratungsbereitschaft im Bedarfsfall:

Zudem soll das Projekt dazu beitragen, breitflächig für das Thema exzessive Mediennutzung  zu sensibilisieren und jungen Risikokonsumenten frühzeitig an das Hilfesystem an zu binden.